Mittelhochdeutsche Metrik
Klingende Kadenz

Sie ist dadurch definiert, dass im vierten Takt eine sprachlich unbetonte Silbe einen metrischen Nebenton trägt (<span style="font-family:tumetrik; font-size:16px;">y<</span>). Der Regelfall ist die zweisilbig klingende Kadenz (2k: <span style="font-family:tumetrik; font-size:16px;">>|y<</span>, selten <span style="font-family:tumetrik; font-size:16px;">=|y<</span>), gleichsam eine 'beschwerte Hebung' am Versschluss: Der vierte Takt folgt unmittelbar auf einen einsilbig mit sprachlicher und metrischer Länge gefüllten vorletzten Takt.
Bsp. g<span style="font-family:tumetrik; font-size:15px;">û</span>etè (<span style="font-family:tumetrik; font-size:16px;">|>|y<</span>)
Ist der dritte Takt dagegen zweisilbig, so kommt es zur dreisilbig klingenden Kadenz (3k: <span style="font-family:tumetrik; font-size:16px;">|zx|y<</span>) – mit kurzer (etwa Ha-gene) oder langer Wurzelsilbe (etwa wet-zende).
Gottfried, Tristan 55f.:
der wérldẹ und díseme lébenè / enkúmt mîn réde niht ébenè
<span style="font-family:tumetrik; font-size:16px;">~zx|,+x|zx|y(<)|
.|zx|,+x|zx|y<|</span>