Mittelhochdeutsche Metrik

Kommentierung: 'Helmbrecht' 10-17

Für das folgende nur noch ein kurzer Blick auf einzelne Besonderheiten:
10 beginnt mit zweisilbigem Auftakt (eins ge-). In 11 gewinnt man durch Elision eine beschwerte Hebung (réidẹ únde: <span style="font-family:tumetrik; font-size:16px;">|>|zx|</span>). Umgekehrt würde mit Elision in 13 (lengẹ ez) eine Senkungsspaltung verschenkt; man kann sich fragen, ob nicht die unelidierte Version den Begriff lenge sinnfälliger hervorheben würde.
Ein markantes Profil gewinnt durch Elision dagegen 16:
ich wáenẹ íeman gesáehè <span style="font-family:tumetrik; font-size:16px;">.|>|z++|>|y<|</span>
Der Halben (beschwerte Hebung) folgt ein Takt mit zwei Achteln.
17 bildet mit zwei Hebungsspaltungen (betonte Silbe jeweils kurz) das beschwingte Vogelgeflatter auf der Haube ab:
sô mánegen vógel ûf h<span style="font-family:tumetrik; font-size:15px;">ú</span>bèn <span style="font-family:tumetrik; font-size:16px;">.|,+x|,+x|>|y<|</span>
Über die flügellahmen elidierten siteche in 18 wurde oben bereits das Nötige gesagt. Mehr erwähnenswerte interne Details scheint dieser kurze Textabschnitt nicht herzugeben; die zweisilbig volle Kadenz wird uns erst im 'Iwein'-Prolog begegnen. Doch lässt sich im zweiten Textabschnitt (9-20) die Reimbrechung recht gut beobachten.