Mittelhochdeutsche Metrik

Reimbrechung: 'Helmbrecht' 9-20

Sie ist, abgesehen vom ersten Reimpaar, mit absoluter Konsequenz durchgeführt: Die (vom Herausgeber realisierte) Interpunktion macht deutlich, dass der Vortragende nach jedem ersten Reimwort eine beliebig lange Pause machen kann:
val; talgie. viewaehe. gesaehehûben: tûbengenât. stât.
Mit jedem Kolonschluss ist durch den ausstehenden Reim die Weiche für den Folgetext gestellt, was einen freien Vortrag ungemein erleichtert. Zugleich gibt die Reimbrechung Gelegenheit zu einer ausdrucksstark pointierenden Darbietung. Fundiert ist dies dadurch, dass die jeweils nicht reimenden Vers-Zweiergruppen inhaltlich zum einen kohärente Einheiten sind und zum anderen logisch-zielgerichtet fortschreiten. Der erste Kolonschluss am Ende eines Reimpaares findet sich am Ende des Prologs (20).