Mittelhochdeutsche Metrik

Reimbrechung: 'Iwein' 1-20

Anders als im 2. Abschnitt des Helmbrecht-Prologs (11-20) wird im Iwein-Prolog die Reimbrechung nicht konsequent in Reimpaarschritten durchgeführt; doch ergibt jeder Kolonschluss bis 13 eine Reimbrechung: êre. lêrestrîten. zîtentreit. wârheitlantliute: hiute. Es ergeben sich folgende Sinnabschnitte: Eingangssentenz (1-3); deren Exemplifizierung durch Artus (4-7); dessen Leben, das bis in die Gegenwart vorbildhaft wirkt (8-11); Bestätigung durch seine Landsleute (12-13). Mit deren pointierender Beteuerung, sein Name lebe bis heute fort (14 si jehent er lebe noch hiute), lebendige Bestätigung der Eingangssentenz, fällt erstmals ein Kolonschluss mit einem Reimpaarschluss zusammen. Die abschließende Partie von sechs Versen führt das Unsterblichkeitsmotiv näher aus und setzt es gewissermaßen in Lebensformat um: Sie gliedert sich in zwei Satzgefüge gleichen Umfangs, getrennt durch Reimbrechung (name. schame). Das erste expliziert die 'Unsterblichkeit' des Artus, das zweite legt dessen 'Imitation' in der Gegenwart nahe. Mit der Reimbrechung werden beide Sinneinheiten aufs engste miteinander verfugt.