Mittelhochdeutsche Metrik
Synaphie

Der klassische epische Vierheber endet – mit einer erst in der Spätphase auftretenden Ausnahme (weiblich volle Kadenz) – stets mit einer Viertelpause: <span style="font-family:tumetrik; font-size:16px;"><</span> . Beginnt der folgende Vers mit Auftakt, so füllt im diskursiven Fortgang dessen sprachliches Material diese Viertelpause aus; sie wird dann im Vortrag nicht als Pause realisiert. Man spricht in dem Fall von 'gefugten' Versen (Fugung oder Synaphie – von gr. synaptein = zusammenknüpfen). In der schematisierenden Umschrift (Metrisierung) steht dann das Zeichen für die Viertelpause in Klammern <span style="font-family:tumetrik; font-size:16px;">(<)</span>:
'Parzival', 78,17f.: ald<span style="font-family:tumetrik; font-size:15px;">á</span> wárt von Gáhmurète <span style="font-family:tumetrik; font-size:16px;">.|>|zx|zx|,+(<)|</span>
geléistèt Amphl<span style="font-family:tumetrik; font-size:16px;">í</span>sen béte <span style="font-family:tumetrik; font-size:16px;">.|>|yx|zx|,+(<)|</span> oder: (Ámphlîsen)<span style="font-family:tumetrik; font-size:16px;">.|zx|>|yx|,+(<)|</span>
Für die Praxis des Metrisierens: Nur bei Auftaktlosigkeit des Folgeverses unterbleibt die Klammer; die Viertelpause wird im Vortrag realisiert (Asynaphie):
'Parzival', 78,14f.: díe da mít ir hándèn<span style="font-family:tumetrik; font-size:16px;">|zx|zx|>|y<|</span>
schíldes ámbet wórhtèn <span style="font-family:tumetrik; font-size:16px;">|zx|zx|>|y<|</span>