Indologische Literatur richtig suchen und finden

Formale Suche - Exkurs indische Namen

Weltweit folgen nicht alle Namensgebungen dem europäischen Schema von "Vorname(n) Nachname(n)", so auch im südasiatischen Raum. Manche haben nur einen einzigen, persönlichen Namen, z.B. Kalidasa; andere haben mehrere Namen, von denen aber keiner so recht als eigentlicher "Nachname" anzusehen ist; wieder andere schreiben bewußt unter verschiedenen Namen (z.B. einem Pseudonym). Dann kommen noch verschiedene Transliterationssysteme und veraltete Schreibweisen hinzu.

Aber keine Aufregung!
Die riesigen Datenbanken der Bibliotheksverbünde, in denen die Buchdaten vorgehalten werden, führen sogenannte Autorendateien.

100 Tripathi, Gaya Charan

100 Bstan-'dzin-rgya-mtsho <Dalai Lama, XIV.>

200 Tripāṭhī, Gayā Caraṇa

200 Dalai Lama <XIV.>

200 Tripāṭhī, Gayācaraṇa

200 Gyatso, Tenzin

200 Tripathi, G. C.

200 Ngawang Lobsang Yishey Tenzing Gyatso <Dalai Lama, XIV.>

200 Bstan-'j́in-rgya-mého <Tibet, Dalai Lama, 14.>

200 Dalailama <XIV.>

200 Gyatsho, Tenzin

200 Tenzin Gyatsho

200 Lhamo Dhondup

200 Losang Tenzin Gyatsho Sisoom

200 Tenzin Gyatsho, Dalai Lama XIV

200 Bstan-'jin-rgya-mcho <Dalai Lama XIV>

200 Kundun

etc.

Das bedeutet, daß alle möglichen Schreibweisen und verschiedene Namen und Namensformen einer Person unter einem Eintrag zusammengefaßt sind.
Dadurch wird die Suche erleichtert, denn Sie können einen Autor auch unter einer Schreibweise finden, die z.B. nicht der korrekten Umschrift entspricht, oder Sie suchen unter seinem Pseudonym, finden aber auch die Werke, die er unter seinem ursprünglichen Namen geschrieben hat. Obigem Beispiel folgend, hätten Sie also auch unter "Tripathi, Gayacarana" suchen können.

Um die Autoren und Herausgeber in ihrer eigenen Bibliographie korrekt zu verzeichnen, können Sie sich ebenfalls an den Schreibungen der großen Bibliotheken wie Library of Congress (LoC, anwählbar im KVK: http://www.ubka.uni-karlsruhe.de/kvk.html) orientieren.
Übrigens: In Bibliothekskatalogen brauchen Sie sich um die Eingabe von Diakritika nicht zu kümmern. Manche Kataloge wie der hiesige OPAC können diese nicht einmal anzeigen!

Anders kann es aussehen, wenn Sie in indischen Katalogen, in Datenbanken oder nach Literatur suchen, die nicht in lateinischer Schrift verfaßt sind. Entweder stellen die jeweiligen Internetseiten Eingabehilfen zur Verfügung (z.B. das Sanskrit-Englisch-Wörterbuch online von Apte: http://aa2411s.aa.tufs.ac.jp/~tjun/sktdic/), oder sie müssen direkt mit Hilfe der entsprechenden Unicode-Schrift suchen (z.B. Google-Hindi, Bildschirmfoto siehe oben).